St. Georgs-Schützenbruderschaft Meschede

Wir über uns

In Meschede haben die Schützen durch die heutige St. Georgs-Schützenbruderschaft seit Jahrhunderten ihren Bestand. Ihr Hauptanliegen war es von alters her, Traditionen, Überlieferungen und Brauchtum aufrechtzuerhalten. Seit alters her führte die enge Verbindung der Freiheit und späteren Stadt Meschede und der Schützenbruderschaft dazu, dass Fahnen und Königsinsignien im Rathaus aufbewahrt wurden und dort auch das Antreten stattfand und stattfindet.

Auch wenn ein festes Gründungsdatum nicht überliefert ist, gilt die Bruderschaft als der älteste Verein Meschedes und eine der ältesten Schützenbruderschaften im weiten Umkreis. In der damaligen Gemeindeverfassung Meschedes aus dem Jahr 1486, der sogenannten „Bürgersprache“, findet sich der erste überlieferte Hinweis auf die Schützenbruderschaft als Selbstverteidigungsstreitmacht.

Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde die ursprüngliche Aufgabe der Schützenbruderschaft, die Freiheit Meschede gegen innere und äußere Feinde zu schützen, immer mehr hinfällig. Der Geist der Schützenbruderschaften blieb im Erhalt der Traditionen lebendig, wenn auch nur im jährlichen Feiern des Schützenfests. Die erste behördliche Eintragung erfolgte am 9. Mai 1747. Überliefert aus dem damaligen Protokollbuch ist auch erstmals die Erwähnung des Patronats des Hl. Georg.

Aus dieser Zeit überliefert sind auch der traditionelle Termin des Schützenfests an Fronleichnam und die regelmäßige Teilnahme der Schützen an der Mescheder Fronleichnamsprozession. Auf den damaligen Festen, die in einer Zeit ohne Schützenhallen unter freiem Himmel stattfanden, tranken die Schützen alle aus Gläsern, die mit großen Steinkrügen aus demselben Fass gefüllt wurden, was als Beleg des überlieferten Freibierprinzips anzusehen ist.

Im 18. und 19. Jahrhundert bis zum Ersten Weltkrieg schlugen sich Industrialisierung, Verbesserung der Verkehrslage, kontinuierliches Bevölkerungswachstum und die nach den Einigungskriegen florierende Wirtschaft auch auf Meschede und die Schützenbruderschaft positiv nieder, sodass über den Erwerb verschiedener Festgelände schließlich eine eigene Trink- und Tanzhalle sukzessive erbaut und erweitert werden konnte. Nach dem Ersten Weltkrieg erfolgte der Hallenausbau- und Neubau auf dem heutigen Schützengelände.

In der NS-Zeit verteidigte die Schützenbruderschaft ihre christliche Prägung und konnte ihre organisatorische Unabhängigkeit bis zur Gleichschaltung durch den NS-Staat wahren. In Meschede nahm man entgegen den Weisungen der Partei weiterhin als Schützenbruderschaft an der Fronleichnamsprozession teil und besuchte die Schützenmesse. Um den Abstand zur NSDAP deutlich zum Ausdruck zu bringen, hatte die Bruderschaft durchgesetzt, dass ihr Vermögen bei einer Auflösung nicht an den NS-Reichsbund, sondern an die Stadt Meschede fallen solle. Beim zweiten Luftangriff auf Meschede am 28.2.1945 wurde die Schützenhalle vollständig zerstört. Umsichtigen Schützenbrüdern ist es zu verdanken, dass den wichtigsten Insignien der Bruderschaft die Zerstörung erspart blieb, etwa indem die Königskette außerhalb aufbewahrt wurde.

Nach dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ wurden die Schützenbruderschaften durch die Besatzungsbehörden suspendiert und das Schützenfest konnte zunächst nicht wieder aufgenommen werden. Erst 1947 wurde wieder ein Schützenfest gefeiert, im Herbst des gleichen Jahres begannen die Schützenbrüder mit den Aufräumarbeiten und dem Wiederaufbau der Schützenhalle. Eine neue Satzung gab sich die Schützenbruderschaft wieder im Jahr 1949. In den wesentlichen Grundzügen ist diese bis heute erhalten. Seit 1950 lautet der amtliche Name: „St. Georgs-Schützenbruderschaft Meschede e.V.“.

In den 1950er und 1960er Jahren machte sich der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung der jungen Bundesrepublik auch bei den Schützen bemerkbar. Eine feste Schießanlage auf dem Schützenhof wurde eingerichtet, die Halle umgebaut und erweitert. 1963 wurde eine Salutkanone für das Böllerschießen erworben, 1964 wurden neue Fahnen angeschafft, 1966 das Dach der Halle erneuert. In diesem Jahr besuchte mit Bundeskanzler Ludwig Erhard eine der Symbolfiguren des „Wirtschaftswunders“ das Mescheder Schützenfest. Die 1970er Jahre brachten weitere große Baumaßnahmen an der Schützenhalle mit sich. So wurden Dach, elektrische Anlagen und Lautsprecheranlagen erneuert und erweitert und schließlich 1977 der heutige große Speisesaal angebaut, um einen weiteren Veranstaltungsraum hinzuzugewinnen.

Die drei Züge wurden im Jahr 1959 eingeführt, in diesen organisieren sich die Schützenbrüder in geografischen Gebieten aufgeteilt, um den Zusammenhalt untereinander zu stärken. Mit traditionellen Zugveranstaltungen wie Maifest, Osterfeuer und Grünkohlessen und den Zugfesten wird hier neben dem Schützenfest ein reiches Veranstaltungsrepertoire geboten.

Im Jahr 1986 feierte die Schützenbruderschaft ihr 500-jähriges Bestehen. Mit einem großangelegten Festprogramm, was sich über ein ganzes Jahr erstreckte, sollten die Verbundenheit zur Stadt und die besondere Bedeutung der Schützen in der Freiheit Meschede gebührend gefeiert werden. Neben dem mehrtägigen Festprogramm, Konzerten, Empfängen, der Prägung einer Gedenkmünze und einem eigens komponierten St. Georgs-Marsch erschien mit „500 Jahre Schützen in der Freiheit Meschede“ ein eigens zusammengestelltes Jubiläumsbuch.

Der Beitritt zum Sauerländer Schützenbund erfolgte im Jahr 2011. Hierdurch wurde die Zusammengehörigkeit mit den benachbarten Schützenvereinen, Gemeinschaften und Bruderschaften weiter gestärkt, die sich durch gegenseitige Festbesuche und eine enge Kooperation im Stadtgebiet auszeichnet.

Mit der Einführung der Jungschützenabteilung und des Jungschützenkönigs im Jahre 2009 wurden die Schützenbrüder unter 25 Jahre besonders herausgehoben. Als Gruppe für die nachwachsenden Generationen sichern sie nicht nur den Fortbestand der Bruderschaft, sondern sorgen durch ihr Engagement neben und bei allen Festivitäten auch für die gebotene Ausgelassenheit.

Wenn auch das Schützenfest in der Corona-Zeit zweimal ausfallen musste, gelang der Neustart im Jahr 2022. Die Schützenbruderschaft blickt mit dem festen Vertrauen auf ihre traditionellen Wurzeln, dem christlichen Glauben, der überlieferten Sitten und der Verbundenheit zur Heimat, auch in Zukunft in der Stadt Meschede ein gemeinschaftliches Miteinander aller Generationen im Geiste der Brüderlichkeit zu ermöglichen.